Die Gebäudehülle ist zuständig für Energieeffizienz und Behaglichkeit

zuletzt aktualisiert:
1.4.2025
Die Gebäudehülle – auch „Außenhaut“ – kann in der Tat mit der Haut des menschlichen Körpers verglichen werden. So wie die Haut die Trennebene zwischen Körper und Umwelt ist, so trennen auch Dach, Fassade, Fenster sowie Kellerwände und Grundplatte das Innere eines Gebäudes von der Umwelt und sind somit ein Wind-, Wetter- und Wärmeschutz. Je nach Beschaffenheit und Qualität der Gebäudehülle bleiben die Umwelteinflüsse mehr oder weniger draußen, was einen direkten Einfluss auf die Heizkosten und die Behaglichkeit hat. So gibt es bei dichten Fenstern keine Zugluft, dichte Dächer und Fassaden halten Regenwasser ab und gedämmte Bauteile sorgen dafür, dass weder Winterkälte noch Sommerhitze in die Räume gelangen. Damit die Gebäudehülle langlebig und frei von Bauschäden ist und bleibt, gilt es, die Gesetze der Bauphysik zu beachten: Schallschutz, Brandschutz, Wärmeschutz, Feuchteschutz.

Das Dach

Dächer haben nicht nicht nur eine schützende Funktion, sondern beeinflussen durch Ihre Form auch maßgeblich die Optik eines Gebäudes. Bezüglich der Dachform unterscheidet man Steildächer  (Satteldach, Pultdach, Walmdach) und Flachdächer. Die Dacheindeckung bei Steildächern sind traditionell Dachpfannen aus Beton oder Ton (auch: Bieberschwanz) sowie Schindeln und selten Metall. Flachdächer bestehen in aller Regel aus Dämmplatten  plus mehrere Dichtebenen. Eine Dachbegrünung verlängert die Lebensdauer von Flachdächern und ist gut für die Umwelt (bietet Lebensraum für Tiere, nimmt Regenwasser auf, kann Sommerhitze etwas abmildern).

Vom Schutzdach zum Nutzdach: Dachflächen werden zunehmend für die Energie- und Wärmegewinnung genutzt (Photovoltaik, Solarthermie). Die optimale Dämmstoffdicke bei Standard-Wärmeleitstufen („WLS 032“ bis „WLS 035“ – siehe Angabe auf den Dämmstoffpaketen) beträgt im Dach 24 Zentimeter (sehr guter Wärmeschutz, förderfähig).

Die optimale Dämmstoffdicke beträgt an der Fassade 16 Zentimeter (förderfähig). Häufig werden Polystyrol, Steinwolle oder Holzweichfaserplatten für die Fassadendämmung gewählt.

Die Fassade

Die Fassade prägt mit Außenputz, Klinkersteinen, Holzschindeln oder Metall ebenfalls den Charakter eines Hauses. Vor einer Gebäudesanierung ist zu prüfen, ob das vorhandene Mauerwerk ein- oder zweischalig ausgeführt wurde. Zweischalige Konstruktionen (Wandaufbau: tragendes „Hintermauerwerk“, Luftschicht/Hohlraum, wetterabweisende „Vorsatzschale“) erhalten in aller Regel zunächst für den Hohlraum eine Einblasdämmung, um den Wärmeschutz zu verbessern. Allerdings reichen diese Dämmstoffdicken (6, 8 oder 10 Zentimeter) nicht aus, um gefördert zu werden, da der erreichte U-Wert („Wärmedurchgangskoeffizent“ – Wert für die Dämmqualität von Bauteilen, je kleiner, je besser) noch zu groß ist.

Die optimale Dämmstoffdicke beträgt an der Fassade 16 Zentimeter (förderfähig). Häufig werden Polystyrol, Steinwolle oder Holzweichfaserplatten für die Fassadendämmung gewählt.

Bei „Worst Performing Buildings“ (Häuser mit sehr schlechtem Energiestandard) können in aller Regel die Kosten für eine Fassadendämmung über die eingesparten Energiekosten und Förderzuschüsse finanziert werden. Man zahlt unterm Strich für die Dämmung keinen Euro extra.

Fenster

Fenster sind heute wesentlich mehr als nur Glas und Rahmen. Es sind Hightech-Produkte, die sich mehrmals am Tag für viele Jahrzehnte leicht öffnen und schließen lassen müssen. Wenn man aber mit der Brechstange ins Haus gelangen möchte, dann müssen sie großen Widerstand leisten. Das Wichtigste beim Einbau der Fenster ist deren Montage. Hier den Fensterbauer ansprechen, ob er nach den Regeln der RAL-Gütesicherung (steht für den stabilen, dauerhaften und luftdichten Einbau von Fenstern und Türen) die Fenster montiert.

Optimalerweise wählt man Energiespar-Fenster mit Dreifachverglasung. Der U-Wert liegt dort bei 0,7 W(m2K) oder darunter. Je kleiner der U-Wert ist, um so besser.

Unterer Abschluss der Gebäudehülle 

Optimal ist es, wenn auch die Kellerwände von außen und die Bodenplatte gedämmt werden, sodass das gesamte Haus rundum eingepackt ist. Bei der Altbausanierung ist das aber nur sehr selten möglich. Trick: Man legt den unteren Gebäudeabschluss einfach in die Ebene der Kellerdecke und zieht dort mit der Kellerdeckendämmung die „thermische Grenze“ ein.

Die optimale Dämmstoffdicke beträgt bei Kelleraußenwänden und an der Kellerdecke 10 Zentimeter (förderfähig). Kelleraußenwand: Wasserresistente Dämmplatten nehmen. Kellerdeckendämmung: Eine bessere Wärmeleitstufe wählen (z.B. 025): dann kann die Kellerdeckendämmung etwas dünner ausgeführt werden (man gewinnt Raumhöhe).

Gut zu wissen

Gut zu wissen 1: Wärme geht über die Gebäudehülle und dort über Wärmeleitung und über Wärmeströmung verloren. Eine gute Dämmung reduziert den Wärmeabfluss, dreifachverglaste Fenster und eine luftdichte Gebäudehülle insgesamt vermeiden das Ausströmen warmer Luft im Winter.
Gut zu wissen 2: Erst die Gebäudehülle dämmen und dreifach verglaste Fenster einbauen, erst danach die alte Heizung gegen eine neue tauschen, die dann gleich für den reduzierten Energiebedarf bemessen wird.
Gut zu wissen 3: „Wände müssen atmen“ ist eine umgangssprachliche Redewendung, die den Wasserdampftransport, nicht jedoch den Lufttransport meint. Diese Anforderung erfüllen auch gedämmte Wände.
Gut zu wissen 4: „Gedämmte Wände schimmeln“ ist ein weit verbreiteter Irrtum. Richtig ist, dass gedämmte Bauteile nicht schimmeln können, da sie auf der Innenseite warm sind. Und dort, wo es warm ist, entsteht kein Tauwasser. Und wo es kein Tauwasser gibt, gibt’s auch keinen Schimmel. So einfach ist das.
Gut zu wissen 5: Eine gut gedämmte Gebäudehülle reduziert beim „Worst Performing Building“ den Energieverbrauch um bis zu 85 Prozent. Na dann, worauf warten wir noch?

Mit unserem Schnellcheck in wenigen Minuten zur ersten Kostenschätzung.

Noch mehr Bauwissen? Jetzt unser kostenlose E-Book herunterladen.